Unwetter über Füssen: Stadtwerkeleiter rät Hausbesitzern, Grundstücksentwässerung auf Vordermann zu bringen

Füssen – Um Häuser vor Unwetterschäden zu schützen, sieht Helmut Schauer, Leiter der Stadtwerke Füssen, neben der Politik auch die Grundstücksbesitzer selbst ein Stück weit in der Pflicht. 

„In Zukunft werden sich Starkregenereignisse häufen“, meint Schauer mit Blick auf den Klimawandel. Deshalb sollten Bürger selbst darauf achten, dass sie ihr Haus schützen. Und das fange schon beim Ort an, an dem man sein Eigenheim baut. Denn das Unwetter am vorvergangenen Montag habe gezeigt, dass selbst ein kleiner Hang in direkter Nachbarschaft bei Starkregen fatal sein kann. Das Wasser von der Bad-Faulenbach-Schlucht sei nur so auf die Morisse heruntergeschossen und habe den gesamten hinteren Parkplatz überflutet, berichtet Schauer.

Rückstausicherung einbauen

„Spätestens jetzt sollte man die private Grundstücksentwässerung auf Vordermann bringen“, richtet er seinen Appell an alle Hausbesitzer. Ein wichtiges Thema ist dabei die Rückstausicherung, also Sperren, die verhindern, dass Abwasser aus dem Kanalsystem zurück in die Häuser gedrückt wird. Denn alles, was mit dem Kanal verbunden ist, bildet ein Rohrsystem. Schüttet es aus Eimern, kann es sein, dass sich das Abwasser im Kanal derart staut, dass es zurück in die Hausabflussleitungen gedrängt wird. Da es dort in der Regel höchstens bis auf das Niveau der Rückstauebene ansteigt, kann es alle tieferliegende Bereiche wie den Keller überfluten. „Siphons, Abläufe, Sanitäranlagen, Schächte – alles, worüber Wasser eindringen kann, gehört regelmäßig gewartet und gereinigt“, unterstreicht Schauer.

Lohnende Investition

Dabei sollte man aber nicht selbst an den Rohren herumbasteln, sondern mit einem Profi durchs Haus gehen. Diese Investition lohne sich. Denn im schlimmsten Fall ist der Schaden, den Hochwasser im Haus verursacht, zigfach höher. „Bei bestimmten Bauten kann man die Rückstausicherung noch nachrüsten.“ Weitere konkrete Tipps dazu geben die Stadtwerke auf ihrer Homepage unter www.stadtwerke-fuessen.de.

Politik ist gefordert

Daneben sei aber auch die Politik bei der Ausweisung von Baugebieten gefordert, betont Schauer. „Ein großer Fehler in der Vergangenheit war, Flächen zu stark zu versiegeln.“ Wasser, das vor Ort im Boden versickert, braucht schon einmal keinen Platz im Kanalsystem. Übergroße Rohre im Untergrund zu verlegen, um auf mögliche Starkregenereignisse vorbereitet zu sein, sei dagegen keine Lösung. „Wenn die zwei Jahre nicht gefüllt sind, entstehen andere Probleme.“

Schon bei der Erschließung neuer Wohngebiete sollte die Berücksichtigung der neuen klimatischen Bedingungen genau wie die Energieversorgung unter die Top drei der Prioritätenliste fallen. „Das gehört unbedingt in die Bauleitplanung rein“, betont der Werkleiter. Dabei stelle sich die Frage, wie das Wasser so aufgefangen werden kann, dass es erst verzögert in den Wasserkreislauf zurückgegeben wird. „Da kann man verschiedene Maßnahmen angehen“, meint Schauer. „Das fängt bei der Dachbegrünung an.“ Gleichzeitig müsse aber auch klar sein: „Einen 100-prozentigen Schutz gibt es nicht.“

Quelle: www.merkur.de

Lange Nacht der Feuerwehr

Füssen hilft Ukraine – 3 Möglichkeiten der Unterstützung

Bürgermeister Maximilian Eichstetter ruft alle Bürgerinnen und Bürger auf, die Ukrainerinnen und Ukrainern nach Kräften zu unterstützen. Die Stadt Füssen ermöglicht drei direkte Möglichkeiten der Hilfe:

1. Bereitstellung von Unterkünften im Füssener Land

Wer Flüchtlingen eine Wohnung oder ein Zimmer zur Verfügung stellen kann, kann dies der Stadt melden. Die Stadt listet die Angebote und übermittelt diese gleichzeitig dem Landratsamt Ostallgäu – sobald Bedarf besteht, werden Sie benachrichtigt.

  • Meldung an asyl@fuessen.de
  • Benötigte Informationen:
    • Wie viele Personen können aufgenommen werden?
    • Können Haustiere aufgenommen werden?
    • Wie lange können Sie die Unterkunft anbieten?

2. Geldspenden
(werden für Sachspenden für zurückgebliebene/an der Grenze festsitzende Flüchtlinge verwendet)

Füssen akquiriert Geldspenden für die Kaufbeurer Hilfsorganisation Humedica, die damit Hilfsmittel anschafft und an die Rumänische Grenze bringt.

  • IBAN: DE35 7345 0000 0000 0047 47
  • humedica e.V.
  • Verwendungszweck: Füssen LKW für Ukraine

Humedica schickt einen LKW los, sobald 10.000 Euro an Spenden eingegangen sind (die Kosten für den LKW betragen 3000 Euro, die Kosten für die Ware 7000 Euro). Sachspenden von Unternehmen (z.B. Schlafsäcke) kommen noch obendrauf, sodass sich die Fahrt des LKW noch mehr lohnt!

3. Sachspenden
(Organisation derzeit noch im Aufbau!)

Sobald Strukturen vor Ort herrschen, können wir auch Sachspenden entsenden. Unsere Vereine haben bereits Hilfe zur Organisation zum Einsammeln von Sachspenden bereitgestellt. Die Stadt Füssen organisiert und koordiniert derzeit Termine. Gerne können Sie bereits Sachspenden vorbereiten und gesammelt abgeben, sobald Annahmestelle und Termin der Annahme feststeht (wird hier bekanntgegeben).

Quelle: Stadt Füssen

Sturm und Unwetter

So schützen Sie sich und andere

Nach der Wettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist in Deutschland auch in den kommenden Tagen mit Sturmböen und Unwetter zu rechnen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gibt Hinweise, wie Sie sich und andere dabei schützen können.

Allgemeine Hinweise:

Bei schweren Gewittern, Sturmböen oder auch Wirbelstürmen bleibt durch die Unwetterwarnungen in den Medien vielfach genug Zeit, die Gefahren zu reduzieren und Schäden zu vermeiden oder zu mindern. Dabei ist es wichtig, dass Sie die Möglichkeit nutzen, die Wetterberichte zu verfolgen und ggf. Unwetterwarnungen zu befolgen. Beachten Sie bitte stets auch die aktuellen Wetterwarnungen des DWD.

Generell sollten Sie bei Unwettern griffbereit haben:

  • ein netzunabhängiges UKW-Radio mit ausreichenden Batterien
  • netzunabhängige Lichtquellen wie Taschenlampen und Kerzen
  • Notgepäck und wichtige Dokumente für den Fall, dass Sie ihre Wohnung verlassen müssen.

Extratipp:

In der Dokumentensicherung sollte eine Dokumentation Ihres Eigentums z. B. in Form von Fotos enthalten sein. Wird Ihr Haus oder Fahrzeug bei einem Unwetter beschädigt, kann dies für den Nachweis bei der Versicherung hilfreich sein.

Zur Vorbereitung auf Sturm und Unwetter sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Sichern Sie außenstehende Mülltonnen und schließen Sie Gartenmöbel weg.
  • Bringen Sie auch Blumentöpfe und andere bewegliche Gegenstände auf Balkonen und Dachterrassen in Sicherheit.
  • Parken Sie Ihren Wagen in der Garage oder mit großem Abstand von Häusern sowie Bäumen. Je höher die gefährlichen Objekte, desto länger sollte der Abstand sein.
  • Präventiv können Hausbewohner vor allem das Dach schützen, das einem Sturm viele Angriffsflächen bietet. Ziegel mit Sturmhaken sichern die Dachdeckung vor Windsog, der vor allem an den Rändern und dem Dachfirst auftritt.
  • Auch Kaminabdeckungen, Antennen und Satellitenschüsseln sollten regelmäßig auf ihre Stabilität überprüft werden.

Verhalten bei einem Sturm:

  • Während eines Sturmes sollten Sie sich nicht draußen aufhalten, sondern in festen Gebäuden Schutz suchen.
  • Werden Sie im Freien überrascht und können kein Gebäude mehr aufsuchen, so suchen sie möglichst eine Mulde oder einen Graben auf, legen Sie sich mit dem Gesicht erdwärts und schützen Sie Kopf und Nacken mit den Händen.
  • Versuchen Sie auf Ihrem Weg in ein Gebäude einen Bogen um Wälder und Freileitungen zu machen.
  • Bevor Sie in die Nähe eines Hauses kommen, kann ein Blick nach oben lebenswichtig sein. Denn häufig lösen sich Dachziegel und werden auf den Boden geschleudert.
  • Meiden Sie ebenfalls die Nähe von Baugerüsten und baufälligen Häusern, von denen sich Gerüst- und Fassadenteile lösen könnten.
  • Schließen Sie im Inneren des Gebäudes Fenster und Türen sowie Rollläden oder Fensterläden.
  • Halten Sie sich von Öffnungen fern, die nicht auf diese Art zusätzlich geschützt werden können, wie z. B. Dachluken.
  • Suchen Sie bei einem Wirbelsturm möglichst einen tief liegenden Raum, z. B. Keller oder einen innen liegenden Raum Ihres Wohnbereiches auf.
  • Kraftfahrzeuge, Wohnwagen und leichte Gebäude wie Holzbauten bieten möglicherweise keinen ausreichenden Schutz.
  • Meiden Sie Räume mit großer Deckenspannweite wie z. B. Hallen.

Verhalten bei starken Regenschauern:

  • Halten Sie Türen und Fenster geschlossen, damit keine Regenböen Wasser in den Wohnbereich drücken können, bedenken Sie evtl. vorhandene Dachluken.
  • Achten Sie darauf, dass in Ihrer Wohnung kein Durchzug entstehen kann, der bei plötzlich zuschlagenden Türen oder Fenstern zu Schäden führt.
  • Bedenken Sie, dass starker Wind das Regenwasser schräg durch Öffnungen eindringen lassen kann und hierdurch eventuell elektrische Geräte oder Anschlüsse gefährdet werden könnten.
  • Bei sehr starken Niederschlägen könnte Wasser in die tiefer gelegenen Räume (Keller) eindringen, ggf. sollten Sie elektrische Geräte im Kellerbereich vom Netz nehmen und durch Wasser gefährdete Sachen erhöht lagern.
  • Bei Freisetzung gefährlicher Substanzen, wie z. B. Heizöl, verständigen Sie die Feuerwehr.
  • Bei starken Niederschlägen kann die Kanalisation überfordert werden und das Wasser fließt möglicherweise nur langsam ab, so dass Straßen überflutet sein können.
  • Beachten Sie, dass dadurch Schäden in der Straßendecke oder vom Wasserdruck angehobene Kanaldeckel bedeckt sind und somit zu einer Gefahr werden können.

Verhalten bei Gewitter:

Bei Gewittern, bei denen es zu Blitzentladungen kommt, die ein hohes elektrisches Potenzial freisetzen, treten zusätzliche Gefahren auf.

Beachten Sie hierbei:

  • Blitzentladungen suchen sich einen hohen Punkt, z. B. aufragende Bäume, Masten, Antennen und dergleichen. Halten Sie sich von solchen Objekten fern.
  • Werden Sie im Freien (z. B. auf einer Wiese) überrascht, machen Sie sich so klein wie möglich. Gehen Sie in die Hocke auf die Zehenspitzen mit möglichst eng aneinander stehenden Füßen oder suchen Sie Schutz in einem Gebäude.
  • Verlassen Sie ihr Kraftfahrzeug nicht und berühren Sie im Inneren keine blanken Metallteile. Das Fahrzeug wirkt wie ein Farradayscher Käfig und leitet elektrische Entladungen ab, so dass Sie im Fahrzeuginnenraum geschützt sind.
  • Halten Sie zu Überlandleitungen einen Mindestabstand von 50 Metern.

Durch die elektrische Entladung eines Blitzes kann es im Stromnetz zu Überspannungen kommen. Sofern Ihre Sicherungen keinen ausreichenden Überspannschutz haben, können Sie elektrische Geräte durch Stromleisten mit integriertem oder zwischengeschaltetem Überspannungsschutz gegen Überlastung schützen.

Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf die Blitzschutzanlage Ihres Hauses, da der Blitzschlag über das Stromnetz für Überspannung sorgen kann. Ggf. nehmen Sie empfindliche elektrische Geräte, wie Fernseher oder Computer, vom Netz.

Ein Blitzeinschlag in das Mauerwerk eines Gebäudes kann dieses erheblich beschädigen. Feuchtigkeit in einer Mauer wird durch den Blitzschlag eventuell verdampft. Es entsteht extremer Druck, der zu Rissen und Brüchen führen kann, welche die Tragfähigkeit erheblich beeinflussen können.

Verhalten nach einem Unwetter:

  • Je nach Art des Unwetters sollten Sie danach auf eventuelle Schäden wie Wassereinbruch oder Glasbruch usw. kontrollieren.
  • Nehmen Sie elektrische Geräte nur in Betrieb, wenn Sie sicher sind, dass diese nicht mit Feuchtigkeit in Berührung gekommen sind.
  • Wurde jemand verletzt, so leisten Sie erste Hilfe und lösen Sie den Notruf aus.
  • Ist das Gebäude beschädigt, so verlassen Sie es sicherheitshalber und betreten Sie es erst wieder, wenn es von Fachleuten freigegeben wurde.
  • Wenn nach einem Sturm das Dach beschädigt wurde und z. B. Dachpfannen lose sind und herabzustürzen drohen, so halten Sie sich bitte aus dem Sturzbereich fern, er beträgt normalerweise ein Drittel der Höhe von Erdgleiche zur Regentraufe Verständigen Sie die Feuerwehr, damit die Gefahr beseitigt werden kann oder eine Absperrung erfolgt.

Zusatztipp:

  • Wenn Sie Haus- oder Nutztiere haben, bedenken Sie bitte, dass die Tiere durch ein Unwetter stark verängstigt werden können.
  • Versuchen Sie beruhigend auf die Tiere einzuwirken, wenn die Umstände dies zulassen und achten Sie darauf, dass die Tiere den schützenden Bereich nicht verlassen können.

Quelle: Bundesamt für Bevölkerungschutz und Katastrophenhilfe

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